Radowan III

Dusan Kovacevic, Übersetzung Milo Dor

Neue Bühne Villach und 3Raum Wien, 2012

Mit Marcus Thill als Radowan III, Angela Schneider als Rumenka, Wolkgang Kliwana als Stanislav und Wasilje, Marie-Christine Friedrich als Giorgina, Corinna Pumm als Katitza, Goran David als Hasi und Georg Drahosch als Kellner

Bühne Andreas Lungenschmid, Kostüme Antoaneta Stereva, Musik Vojkan Vasic

 

KRITIKEN RADOWAN III

Die Deutschsprachige Erstaufführung von Dusan Kovacevics Balkan-Satire RADOWAN III in der Übersetzung von Milo Dor war äußerst erfolgreich – großes Lob für die von surrealistischen Elementen geprägte Regie von Nina C. Gabriel und die Ensemble – Leistung in der gesamten Presse!
„…Mit Dusan Kovacevics, RADOWAN III lädt die Neuebühne Villach zu einer Satire ein, die den Zusehern einiges an Vergnügen und an Erkennen bringt. Regisseurin Nina C. Gabriel hat das Drama mit hohem Können umgesetzt“
Kleine Zeitung
„Die Unlogik des Seins im Krieg und im Privatleben. Der Absurdität widmet die Regisseurin Nina C. Gabriel die meiste Aufmerksamkeit und überführt das Rationale der Themen verrat, Vaterehre und Blutrache in eine gewisse „Unlogik des Seins“. Eng angelegt an Emir Kusturica baut Gabriel nicht reale Elemente ein.  Eine groteske Komödie. Dem Balkan nähern sich viele Künstler nach wie vor mit Komik und Witz, vielleicht noch die beste Methode, um die Absurdität des Kriegs zu begreifen.
Kärntner Tageszeitung
 
„… Die skurrile Komödie Radowan III des serbischen Erfolgsautors Dusan Kovacevic ist auch in der NBV hitverdächtig. Regisseurin Nina C. Gabriel legte am Donnerstag dem Premierenpublikum ein schillerndes Spektakel zu Füßen, bei dem sich Absurdes, Reales und Märchenhaftes die Waage halten!“
Kronen Zeitung
„…Im bereits 1973 in Serbien geschriebenen Stück wimmelt es von Anspielungen auf balkanische Stereotype wie Rache, Hysterie und Gewaltbereitschaft, die im kleinen Kellertheater keine Distanz zwischen Bühne und Publikum zulassen. Das ungemein Laute, Intensive, Derbe und Schamlose der Inszenierung unterhält und stößt zugleich ab.“
Der Standart
Im Mittelpunkt des Stückes von Dušan Kovačević steht das unreflektierte Individuum, unfähig, den Klauen der Ideologien zu entkommen. Die Protagonisten der absurden und grotesken Situation hängen an den selbst gesponnenen Fäden des Wahnsinns, Marionetten aus Überzeugung. Hinter den sehr ernsten Scherzen des Stückes lauert eine tragische Wahrheit: "Lass meine Heimat in Ruhe! Für meine Heimat bin ich imstande zu töten, ohne lange zu überlegen." Manche wollen in der Tragikomödie den typischen Balkan-Humor erkennen. Vor im Hals stecken bleibenden Lachern sei gewarnt
Der Standart Wien
Weit hat er es gebracht, der große Radowan III. Der ehemalige Fabriksbesitzer haust nun fern der Heimat mit seiner Familie in einem tristen Plattenbau und versucht seinen Despotismus an der Familie auszuleben. Er schlägt seine Frau Rumenka, hat deren Vater Stanislav um sein Vermögen gebracht und verbietet seiner Tochter Georgina, die seit fünf Jahren schwanger ist, endlich das Kind zu gebären. Jenes Kind, das ihr der Nachbarsohn Marko Wilotitsch angehängt hat und der sich daraufhin verflüchtigt hat. Seit damals führt Radowan einen erbitterten Bruderkrieg mit eben dieser Nachbarsfamilie Wilotitsch und nimmt einen anderen Sohn, Hasi, als Geisel - bis zum ultimativen Gemetzel.Die Groteske von Duan Kovaèeviæ aus dem Jahr 1973 (aus dem Serbischen übersetzt von Milo Dor) ist nun erstmals in einer flotten Inszenierung von Nina Gabriel in Österreich zu sehen. Das Ensemble im 3raum-Theater schafft es sehr gut, neben der Komödiantik auch das Tragische in den zwischenmenschlichen Beziehungen herauszuarbeiten. Hervorzuheben sind Wolfgang Klivana mit seiner überaus berührenden Charakterisierung des entwurzelten Stanislav, Marie-Christine Friedrich mit ihrer einprägsamen Gestaltung der hochschwangeren Georgina und Goran David als sensibler Poet Hasi Wilotitsch. Wie die beiden Letztgenannten ihr Zueinanderfinden in Zeiten von Hass und Bruderzwist - fast wie Romeo und Julia - darstellen, zählt zu den Höhepunkten dieser kurzweiligen Inszenierung.
Wiener Zeitung

 

Fotogalerie: Radowan III - Kovacevic, Neue Bühne Villach, 2012

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